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01.11.2016

Der Gemeinderat zu Gast im Gemeindewald

Am 21.10.2016 besuchte der Gemeinde- und Ortschaftsrat bei einer Waldbegehung den Forstbetrieb der Gemeinde Durmersheim. Unser Förster Michael Gues und Forstdirektor Heinz Wicht führten die Ratsmitglieder und Bürgermeister Andreas Augustin zu sechs ausgewählten Waldbildern, um über aktuelle Themen zu informieren. An Station 1 wurde eine 2014 angelegte Forstkultur vorgestellt. Die laufenden Pflegemaßnahmen in dem Eichen-Mischwald werden so sparsam wie möglich ausgeführt. Das Ausmähen von Konkurrenzflora, wie z.B. der Goldrute erfolgt nur im direkten Umfeld der Kulturpflanzen. So können fast 50 % der Fläche unbearbeitet bleiben.

An Station 2 wurde der Amphibientümpel im Heilwald aufgesucht. Im Rahmen eines Life+ Projekts wurde der Tümpel 2014 angelegt. Eine anfängliche Besiedelung mit Molchen, Fröschen und Kröten wird im Moment durch den Kalikokrebs verdrängt, der aus Nordamerika und Kanada eingeschleppt wurde. Diplom-Biologe Karsten Grabow erklärt den Teilnehmern wie der Krebs in ein solches Gewässer einwandert und es rasant schnell erobert bis nichts mehr zu fressen übrig ist. Derzeit stellt sich der Tümpel schon sehr trüb und fast vegetationsarm dar. Grabow berichtete auch von Forschungsergebnissen und Methoden der Bekämpfung am Beispiel der Tümpel hinter dem Rheinstettener Feuerwehrhaus. Natürlich durfte auch ein Kalikokrebs als Anschauungsobjekt nicht fehlen.


An den Waldbildern 3 und 4 ging es um das Eschentriebsterben und Strategien des Forstbetriebes, die ausgefallenen Eschen wieder aufzuforsten. Forstdirektor Wicht erklärte das Schadsymptom des Pilzes, der die Krankheit verursacht. Aktuell scheinen ca. 5 - 10% der Eschen resistent zu sein. Herr Gues erläuterte wie es nun weitergehen soll. Nach Variante 1, einer klassischen Kultur nach Totalausfall der Eschen, wird ein eichendominierter Mischwaldtyp angebaut. Zusätzlich soll eine schnelle Bewaldung mit Pappel eine gewisse Vornutzung gewährleisten. Auf einer weiteren Fläche wurde die 2. Variante vorgestellt. Hier konnten nach dem Eschenverlust noch genügend Mischbaumarten in den Folgebestand übernommen werden, sodass mit der Pflanzung einiger schnell wachsenden Pappeln die Nutzungslücke geschlossen wird. Zusätzlich wird hier auf Naturverjüngung gesetzt.


An Station 5 wurde ein Bereich mit sehr alten Eichen begutachtet. In den Kronen der mächtigen Bäume bilden sich absterbende Äste und Höhlen. "Eine solche Krone bietet Lebensraum für eine Vielzahl an Lebewesen", so Gues und verwies auf unzählige teils seltene Käferarten und das besondere Spechtvorkommen des Gemeindewaldes. Alle sieben Spechtarten sind vorhanden.

An der letzten Station des Waldbegangs wurde ein Projekt vorgestellt, das in Zusammenarbeit mit dem Gemeindekindergarten Villa Kunterbunt umgesetzt wurde. Den Kindern wurde durch Förster Gues ein kleines Waldstück zugewiesen. Hier können die Kinder, an 14-täglich tattfindenden Waldtagen mit ihren Erzieherinnen den Wald erkunden.

 

Ein Kreis aus Hockern wurde für die Kinder aufgestellt. Die vorkommenden Baumarten wurden beschriftet und das Aussehen mit ein paar einfachen Worten beschrieben. "Es ist wichtig, dass die Kinder die Natur erkunden und begreifen, denn die Kinder von heute sind die Entscheidungsträger von morgen." sagt Gues. Der Forstbetrieb nimmt für derartige waldpädagogische Projekte gern auch einen höheren Aufwand in der Kontrolle der Sicherheit dieses Waldplatzes in Kauf. Dies sind Leistungen, die neben dem Wirtschaftsbetrieb erfüllt werden.


Nach dem Waldbegang fand eine öffentliche Sitzung der Gemeinde- und Ortschaftsrates statt. In der Sitzung, in der es nur um den Gemeindewald ging, wurden wichtige Punkte für das kommende Jahr besprochen.