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28.09.2016

Sprach Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist!

Kulturelle Vielfalt - Bereicherung und Herausforderung zugleich


Im Rahmen des Bundesprojektes "Sprach Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist!" trafen sich am 19.09.2016 die Tandems, bestehend aus Leiter/in und Fachkraft für sprachliche Bildung, der am Projekt beteiligten Einrichtungen im Kreis Rastatt und Baden-Baden zum 1. Qualifizierungsblock. Veranstaltungsort war die Kinderschule Amalie Struve in Rastatt. Der Tag, zu dem die Fachberaterin für Sprach Kitas für den Verbund Frau Schubert eingeladen hatte, stand ganz im Zeichen des Themas "Kulturelle Vielfalt der Familien und deren Inklusion im Alltag" und verstärkt damit einen der drei Handlungsschwerpunkte des Projektes - die inklusive Pädagogik. Die im Vorfeld verschickte Tagesordnung deutete auf eine Mischung aus theoretischem Input, Praxisbeispielen, praktischer Auseinandersetzung mit der Thematik und Zeit für einen Erfahrungsaustausch untereinander hin.


Zunächst begrüßte Herr Böhmer, Abteilungsleiter im Bereich Kindertagesbetreuung bei der Stadt Rastatt alle Anwesenden mit einigen einführenden Worten zur Kinderschule und deren Namensgeberin Amalie Struve. "Zeit ihres Lebens setzte Amalie Struve (1824-1862) sich für das Recht auf Bildung und Teilhabe insbesondere für Frauen ein", so Böhmer in seinen Ausführungen, was für das Thema des Tages durchaus Bedeutung hat. An diesen Gedanken anknüpfend wurden die pädagogischen Fachkräfte danach von der Fachberaterin begrüßt und mit einem bildlichen Impuls auf das Thema eingestimmt.

Kulturelle Vielfalt bestimmt den Alltag in allen frühpädagogischen Einrichtungen. Hier treffen sich nicht nur Kinder und deren Familien aus unterschiedlichen sozialen Schichten, sondern auch aus vielen verschiedenen Ländern. Dies trägt neben der Sprachenvielfalt als ein sichtbares Merkmal von Vielfalt, vor allem die Fülle an Kulturen der Familien in die Einrichtungen und stellt die pädagogischen Fachkräfte täglich vor große immer wieder neue Herausforderungen. Insbesondere auch die in einem größeren Umfang hinzu gekommene Dimension kultureller Vielfalt mit der Flüchtlingsfamilien in den Einrichtungen ankommen. So berichteten einige TeilnehmerInnen, wie schwierig es ist, sich mit den Familien gut zu verständigen, um diesen Familien ein Gefühl des "Willkommen Seins" und gleichzeitig eigene Normen und Werte zu vermitteln. Hierbei unterstützen Bildkarten zur Verständigung, Übersetzungsapps oder auch ein Dolmetscherpool den Beziehungsaufbau zu den Familien im pädagogischen Alltag. Neben dem Austausch dieser ganz praktischen Tipps bot der Tag auch Gelegenheit die eigenen Ansichten, aber auch Grenzen kultureller Vielfalt auszuloten und sich zu Schlüsselbegriffen, die im Kontext von Vielfalt stehen, auszutauschen. Was verstehe ich z. B. unter den Begriffen Anerkennung, Dialog, Gleichheit, Teilhabe oder Ressourcenorientierung und welche Rolle spielen sie im pädagogischen Alltag? So bot diese Methode nicht nur Einblicke in andere Sichtweisen, sondern auch Anlass zur Eigenreflexion und stellte gleichzeitig bereichernde Momente von Vielfalt heraus. Am Nachmittag beschäftigten sich die TeilnehmerInnen mit der Rolle der pädagogischen Fachkräfte. Welche Haltung brauchen pädagogische Fachkräfte im inklusiven Prozess? Wie können inklusive Kompetenzen entwickelt werden? Mit Blick auf diese Fragen stellte sich heraus, dass viele der nötigen Kompetenzen, wie Offenheit, Anerkennung, Toleranz und Neugier bereits in den Einrichtungen gelebt werden, aber auch immer wieder hinterfragt und neu abgeglichen werden müssen. Im Konsens aller müssen personelle und fachliche Kompetenzen ständig weiter entwickelt werden. Fach-, Analyse-, Methoden- und Kooperationskompetenz führen im Team zu einer werteorientierten Handlungskompetenz. Dazu gehört für die pädagogischen Fachkräfte auch die Weitergabe von Normen und Werten sowie der eigenen kulturellen Sozialisation in unserer Gesellschaft.

Leider entsprechen die Rahmenbedingungen (z. B. zusätzliche zeitliche, finanzielle oder personelle Ressourcen) nicht immer in ausreichendem Maße den Erfordernissen. Oft fühlen pädagogische Fachkräfte sich allein gelassen bzw. nicht ausreichend gesehen, auch das war Thema unter den Fachkräften an diesem Nachmittag. Das Bundesprojekt Sprach Kitas bietet zumindest die Möglichkeit ½ zusätzliche Fachkraftstelle in die Einrichtung zu holen. Ob dies jedoch ausreichend ist und nach Projektende ohne diese nachhaltig wirken kann, bleibt abzuwarten. Die Sprach Kitas im Kreis Rastatt/Baden-Baden engagieren sich schon heute für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der drei Projektschwerpunkte (alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik, Zusammenarbeit mit Familien) und werden darin auch weiterhin vom Träger und der zusätzlichen Fachberaterin unterstützt.
Bei einem abschließenden Rundgang durch die Kinderschule Amalie Struve konnten die Tandems sich dann von gelebter inklusiver Pädagogik selbst überzeugen und weitere Anregungen mitnehmen.


Weitere Informationen zum Projekt: http://sprach-kitas.fruehe-chancen.de/

oder auf unter Sprach-Kitas.