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23.03.2020

Zweiter Bürgerbrief von Herrn Bürgermeister Augustin

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 
 
viele unserer Bürgerinnen und Bürger sind mit Blick auf die rasanten Entwicklungen bei der Verbreitung des Corona-Virus in großer Sorge. In den Medien wird täglich auf den Ernst der Lage hingewiesen.
 
Erst wenige Tage sind vergangen, seit ich mich in einem Bürgerbrief an Sie gewandt habe. Durch die Dynamik der letzten Tage haben sich dennoch einige Neuerungen ergeben.
 
Als Bürgermeister von Durmersheim ist es mir daher wichtig, Sie aktuell erneut über unsere Lage vor Ort zu informieren.
 
Im Dezember haben wir das erste Mal vom Corona-Virus gehört. Keiner hätte damals geahnt, in welcher Situation wir in Deutschland uns heute und hier befinden werden. Stand heute, 23.3.2020, 15:00 Uhr sind in Durmersheim 5 Personen daran erkrankt.
 
Direkt nach Fasching haben wir unser verwaltungsinternes Krisenmanagement anhand der Krisenpläne aktiviert. Die notwendige Infrastruktur im Rathaus wurde geprüft. Alles wurde als funktionsfähig bestätigt. Ein erstes Treffen des Krisenstabs fand statt, damit jeder sich auf seine Rolle im Krisenfall vorbereiten kann.
 
Die Verordnungen der Landesregierungen wurden sehr schnell und konsequent umgesetzt. Das Rathaus und seine Einrichtungen wurden für den freien Publikumsverkehr geschlossen, Veranstaltungen wie der Verkaufsoffene Sonntag und Bickesheimer Markt abgesagt, die Sporthallen und Spielplätze geschlossen, Notbetreuungen für Krippen, Kindergärten und Horte wurden eingerichtet. Im letzten Gemeindeanzeiger hatte ich Ihnen die umgesetzten Maßnahmen bereits ausführlich geschildert.
 
Was hat sich seitdem ergeben?
 
Zum Schutz der Allgemeinheit traf die Regierung weitere Maßnahmen, die das öffentliche Leben drastisch einschränken.
 
Nach der Schließung von bestimmten Geschäften mussten seit Samstag auch die Gaststätten schließen, ein Abhol- und Lieferservice ist allerdings auch weiterhin erlaubt. Von der Untersagung ausgenommen sind der Einzelhandel für Lebensmittel und Getränke einschließlich Bäckereien, Metzgereien, Hofläden, mit Ausnahme von reinen Wein- und Spirituosenhandlungen, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste einschließlich solche des Online-Handels, Außer-Haus-Verkauf von Gaststätten, Ausgabestellen der Tafeln, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Hörgeräteakustiker, Optiker und Praxen für die medizinische Fußpflege, Tankstellen, Poststellen, Banken und Sparkassen sowie Servicestellen von Telekommunikationsunternehmen, Reinigungen und Waschsalons, der Zeitschriften- und Zeitungsverkauf, Raiffeisenmärkte, Verkaufsstätten für Bau-, Gartenbau- und Tierbedarf und der Großhandel.
 
Die Schließung von Einzelhandelsgeschäften, Gaststätten und verschiedenen sonstigen Einrichtungen trifft viele Gewerbetreibende in Durmersheim hart. Sie öffnet aber auch neue Möglichkeiten, zunehmend  stellen unsere Gastronomen auf Liefer-/Abholservice oder Außer-Haus-Verkauf um,  unsere Einzelhändler bedienen sich der Online-Vertriebswege. Egal wie, es ist wichtig, dass wir Durmersheimerinnen und Durmersheimer diese Wege nutzen und unserer Wirtschaft vor Ort damit den Rücken stärken. Ansonsten droht hier die Krise nach der Krise. Kaufen Sie dort ein, wo Sie wohnen, wir profitieren alle davon.
 
Die Verwaltung hat in Abstimmung mit den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats beschlossen, dass die Betreuungsgebühren und die Beiträge für das Mittagessen für die Betreuungseinrichtungen in unserer Trägerschaft für den Monat April nicht eingezogen werden.
 
Als die Durmersheimer Ärzteschaft an die Gemeinde herantrat, um eine Infektpraxis zu eröffnen, wurde diese innerhalb eines Tages eingerichtet. Dies alles geht nur so schnell, weil wir vorbereitet waren und sind. Durch diese Maßnahme sind die Praxen vor einer Corona-Infektion geschützt, aber auch nur dann, wenn sich jeder daran hält und bei Krankheitssymptomen vorher bei seinem Hausarzt anruft.
 
Weiterhin brauchen wir aber vor allem Sie: Seit Sonntag gilt eine Kontaktsperre. Die Verbreitung des Corona-Virus muss verlangsamt werden, damit sich bei uns nicht ähnliche Bilder wie in Italien ergeben. Die Verlangsamung hat nur einen Sinn: Die Krankenhäuser dürfen nicht überlastet werden, so dass für Jeden die bestmögliche Versorgung ermöglicht wird.
 
Daher appelliere ich an Sie, die folgenden Vorgaben strikt einzuhalten:

1.)    Bleiben Sie wann immer es geht zu Hause!
 
2.)    Halten Sie sich im öffentlichen Raum nur alleine oder maximal mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands auf! Versammlungen sind nicht erlaubt!
 
3.)    Halten Sie in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,50 m zu anderen Personen ein!
 
4.)    Halten Sie die Hygieneregeln ein (Händewaschen, Desinfektion)!
 
 
Der Kommunale Ordnungsdienst und Gemeindevollzugsdienst sind regelmäßig im Einsatz, um die Umsetzung der Landesverordnung zu überprüfen. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern und sogar Freiheitsstrafen sanktioniert werden. Dennoch setze ich hier nicht auf Verbote und Sanktionen, sondern auf den gesunden Menschenverstand eines Jeden.
 
Seit Ende des letzten Krieges gab es für unsere Bevölkerung keine so großen Einschränkung der Grundrechte. Bisher gibt es aber keine Alternative und auch wenig Gegenstimmen gegen die notwendigen Maßnahmen. Oftmals hat man den Eindruck, wer die härtesten Einschränkungen veranlasst, hat die größte Führungsqualität. Aber dies stimmt nicht. Es geht nicht darum, mit Führungsqualität möglichst gut in der Außendarstellung zu sein, es geht darum, das beste Ergebnis für unseren Ort zu erhalten. Und dazu gehört auch der Wiedereinstieg in ein normales Leben nach der Corona-Krise. Eine Vollbremsung aller sozialen Kontakte wird die Verbreitung des Virus verlangsamen, aber auch den zeitlichen Verlauf der Pandemie auf Monate hinaus verlängern. Solange kein Impfstoff zur Verfügung steht, muss man alternativlos davon ausgehen, dass eine Großteil der Bevölkerung sich infizieren wird. Erst wenn ein Großteil der Bevölkerung einen Schutz hat, wird die Pandemie zum Stillstand kommen. Die meisten Krankheitsverläufe sind mild, manche spüren nicht einmal die Infektion. Für einige von uns ist es aber lebensbedrohend und diese brauchen die bestmögliche ärztliche Versorgung.
 
Helfen Sie mit, damit wir dies alles gut überstehen. Helfen Sie aber auch Ihrem Nächsten, denken Sie dabei aber immer an Ihre eigene Gesundheit.
 
Viele Menschen gehen trotz großer Sorge Ihrer Arbeit nach. Die Berufsgruppen der Ärzte, Arzthelferinnen, DRK, Pflegedienste, Pfleger und medizinischen Berufe stellen sich dieser größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte und leisten Großartiges. Ihnen allen gilt unser großer Dank!
 
Denken Sie auch an Ihre seelische Gesundheit. Bitte verlieren Sie nicht den Glauben an eine Wendung zum Guten. Krisenstimmung, Angst und Panik sind wenig hilfreich. Nutzen Sie die neu gewonnenen Freiräume und die Zeit zuhause, um sich auf das zu besinnen, was wirklich zählt.
 
Aktuelle Nachrichten veröffentlichen wir auch weiterhin auf der Internetseite der Gemeinde www.durmersheim.de und im Gemeindeanzeiger.
 

 
Bleiben Sie gesund!
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ihr
 
Andreas Augustin
Bürgermeister