Im Rahmen der
Einschulungsuntersuchung wurden 2.082 Kinder aus dem Landkreis Rastatt und
Stadtkreis Baden-Baden in 126 Kindertageseinrichtungen vom Gesundheitsamt des
Landratsamtes untersucht. Die Untersuchungen fanden von Herbst 2019 bis Sommer
2020 statt.
Seit etwa zehn Jahren findet in
Baden-Württemberg die Einschulungsuntersuchung im vorletzten Kindergartenjahr
statt. Dabei geht es nicht darum, zu diesem Zeitpunkt festzustellen, ob ein
Kind schulreif ist. Ziel ist, zu erkennen, ob in verschiedenen kindlichen
Entwicklungsbereichen noch Förderbedarf besteht und somit die verbleibende Zeit
bis zum Schulbeginn optimal zu nutzen.
Für die diesjährigen
Schulanfänger fand die Einschulungsuntersuchung unter besonderen Bedingungen
statt. Der erste Lockdown im März 2020 hatte zur Folge, dass keine
Einschulungsuntersuchungen möglich waren. Die schrittweisen Öffnungen
erlaubten, wieder mit den Untersuchungen zu starten, dennoch konnten nicht alle
Kinder zeitgerecht untersucht wurden. Bei den meisten Kindern gelang jedoch
eine Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt.
Das Gesundheitsamt legt trotz
der anhaltenden Arbeitsbelastung durch die Pandemie großen Wert darauf, auch in
diesem Jahr die erhobenen Daten anonymisiert auszuwerten und einen Bericht über
die Ergebnisse zu erstellen.
Bei den Kindern wird der
Impfschutz, die Teilnahme an den "U-Untersuchungen" und etwaiges Über- und
Untergewicht erfasst. Ferner werden die motorischen Fähigkeiten, das Seh- und
Hörvermögen und der Sprachstand anhand standardisierter Verfahren geprüft.
Beim Impfschutz wird unter
anderem auf die vollständig gegen Masern geimpften Kinder geschaut. Für einen
vollständigen Masern-Impfschutz bei Kindern sind mindestens zwei Impfungen
erforderlich. Um eine Weiterverbreitung auftretender Masernerkrankungen zu
verhindern, ist bei dieser hochansteckenden Erkrankung eine Durchimpfungsrate
von 95 Prozent geboten. Diese Quote erreichen erneut der nördliche und der
südliche Landkreis. Die Stadt Rastatt und der Stadtkreis Baden-Baden liegen mit
94,2 beziehungsweise 94,4 Prozent darunter, das Murgtal kommt auf 92,3 Prozent.
Bei der Einschulungsuntersuchung
wurden auch die Impfquoten gegen weitere Krankheiten wie zum Beispiel
Keuchhusten erfasst. Werden diese Quoten im Zehn-Jahres-Verlauf betrachtet, so
zeigt sich, dass im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden seit rund fünf Jahren
die Zielmarke von 95 Prozent für vollständig geimpfte Kinder nicht erreicht
wird. In diesem Jahr liegt diese Quote im Landkreis Rastatt bei 92,5 Prozent,
in Baden-Baden bei 92,1 Prozent.
Die Ständige Impfkommission am
Robert Koch-Institut empfiehlt seit Juni 2020 ein verkürztes Impfschema für die
Sechsfachimpfungen im Säuglingsalter, zu der auch die Keuchhustenimpfung
gehört. In den nächsten Jahren wird zu beobachten sein, wie sich diese Änderung
auswirkt. Im Sinne der Vorbeugung rät das Gesundheitsamt Kindern und
Erwachsenen, den individuellen Impfschutz überprüfen zu lassen und mögliche
Impflücken zu schließen.
Wichtig für die Überprüfung des
Entwicklungsstandes sind die für alle Kinder verpflichtenden
Früherkennungsuntersuchungen (U-Untersuchungen). Hier zeigen sich mit
steigendem Alter der Kinder leider rückläufige Teilnahmeraten. Da mit
zunehmendem Alter die Entwicklungsbereiche differenzierter beurteilt werden
können, sollten alle U-Untersuchungen in Anspruch genommen werden.
Ein wichtiger Bereich der
Einschulungsuntersuchung ist die Erfassung der sprachlichen Fähigkeiten. Im Bereich
des Gesundheitsamtes haben auch in diesem Jahr rund 29 Prozent der untersuchten
Kinder einen intensiven Sprachförderbedarf im vorletzten Kindergartenjahr. Eine
frühzeitige und optimierte Sprachförderung in den Familien und Kitas ist zu
empfehlen, damit der spätere Schulstart gut gelingen kann.
Bei der Überprüfung des Gewichts
ergab sich, dass im Landkreis Rastatt im Schnitt jedes zehnte Kind
übergewichtig ist, in Baden-Baden sind es rund sieben Prozent der Kinder.
Untergewicht liegt bei sechs Prozent der untersuchten Kinder im Landkreis
Rastatt vor, in Baden-Baden bei sieben Prozent. Bei der Gesamtbewertung der
Körpermotorik wird deutlich, dass 78 Prozent der Kinder im Landkreis Rastatt
und 72 Prozent der Kinder in Baden-Baden über altersentsprechende Fähigkeiten
verfügen. Diese Ergebnisse liegen über dem letztjährigen Landesdurchschnitt.
Diese Ergebnisse sollen auch in
die Arbeitsgruppe "Gesund aufwachsen" der Kommunalen Gesundheitskonferenz für
den Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden einfließen, die sich mit dem
Thema Ernährung und Bewegung von Kindern bis zum Schuleintritt beschäftigen
wird.
Service
Bericht zur Einschulungsuntersuchung 2021 unter www.landkreis-rastatt.de.
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