Der öffentliche Gesundheitsdienst macht im Rahmen der Europäischen Impfwoche vom 27. April bis 3. Mai auf die Bedeutung von Impfungen aufmerksam. Ziel ist es, in der Bevölkerung die Impfquoten zu steigern, um Krankheitsausbrüche kurz- und langfristig zu verhindern. Impfungen schützen dabei meist nicht nur die geimpfte Person selbst, sondern auch deren Mitmenschen. Vergangene Ereignisse in Baden-Württemberg, wie das Auftreten von Diphtherie-Fällen oder der Nachweis von Polio-Viren im Abwasser, verdeutlichen wie wichtig ein möglichst vollständiger Impfschutz ist, betont Dr. Eva Schultz, Leiterin des Gesundheitsamtes für den Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden.
Das Robert Koch-Institut analysiert jedes Jahr die Daten der Kassenärztlichen Vereinigungen und berechnet daraus die Impfquoten in Deutschland. Seit 2024 werden die Ergebnisse auf VacMap anschaulich bis auf Kreisebene dargestellt. Mit Blick auf die Impfung gegen das Humane Papillomvirus (HPV) im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden zeigt sich dabei deutlich, dass die Impfquoten sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen stagnieren. Dabei bestehen nach wie vor erhebliche Impflücken. So waren im Landkreis Rastatt im Jahr 2023 lediglich 47,4 Prozent der fünfzehnjährigen Mädchen und 26,1 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. In Baden-Baden waren es 49,4 Prozent der Mädchen und 23,3 Prozent der Jungen.
Dr. Eva Schultz: "Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Impfung gegen HPV hochwirksam vor bestimmten Krebsarten und ihren Vorstufen schützt. Die HPV-Impfung im Kindesalter kann später viel Leid ersparen."
Die Impfung gegen HPV wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) allen Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen. Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfdosen erforderlich. Wenn die Impfung verpasst wurde, sollte sie spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Wird die Impfung erst mit 15 Jahren begonnen, sind für den vollständigen Schutz drei Impfungen notwendig. HPV-Impfungen können durch Kinder-, Haus- oder Frauenärzte verabreicht werden.
Auch unter den Erwachsenen bestehen erhebliche Impflücken. So zeigen die Daten der VacMap, dass bislang weniger als ein Viertel der Betroffenen im Land die Impfung gegen Pneumokokken wahrnimmt. Im Erwachsenenalter empfiehlt die STIKO diese einmalige Impfung für Personen mit Grunderkrankungen sowie allen Personen ab 60. "Mit dem Alter sowie bei chronischen Grunderkrankungen steigt das Risiko einer schwer verlaufenden Pneumokokken-Erkrankung. Ich empfehle betroffenen Personen daher das Impfangebot wahrzunehmen", so die Leiterin des Gesundheitsamtes.
Service: Wer Fragen zu Impfungen hat, kann sich an seinen Arzt oder das Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt wenden. Eine gute Übersicht bietet die Webseite www.impfen-info.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Unter www.rki.de finden sich die Impfempfehlungen der STIKO (Impfkalender) sowie die Impfquoten der VacMap.
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