Freiwillige Feuerwehr Durmersheim - Gesamtwehr
Zusammenarbeit zwischen der Kriminalpolizei und der Feuerwehr bei der Brandursachenforschung
Letzten Monat haben Andreas Birnbreier und Elmar Reichel, Kriminaltechniker und Kriminalkommissar beim Polizeipräsidium Offenburg, einen sehr interessanten Unterrichtsabend zur Zusammenarbeit zwischen der Kriminalpolizei und der Feuerwehr bei der Brandursachenermittlung gestaltet.
Zunächst haben die beiden Beamten einen Überblick über ihre Aufgaben als Brandermittler gegeben sowie über die wichtigsten Paragrafen des Brandstrafrechts und die verschiedenen Stufen der Brandstiftung referiert. Dabei wurde auch die Rolle der Feuerwehrkameraden als sachverständige Zeugen beleuchtet.
Danach wurde ausführlich auf die Begehung des Brandplatzes und die Vorgehensweise bei Brandermittlungen eingegangen. Dabei werden u.a. die Schließverhältnisse, der Zustand der Gebäudesubstanz, die elektrischen Schutz- und Schalteinrichtungen sowie auffällige Gegenstände und auch Leichen unter die Lupe genommen. Das weiteren wird die Brandausbruchstelle lokalisiert und die bisher gewonnenen Aussagen von Zeugen werden mit den festgestellten Brandspuren abgeglichen. Schließlich kommt es darauf an, die durch die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung vorgenommenen Veränderungen im Gebäude zu rekonstruieren.
Im Anschluss haben die beiden Ermittler über verschiedene Großbrände der letzten Jahre in unserer Region berichtet. Anhand von Fotos wurden die einzelnen Brände, die Brandursachen und die Schäden an den Gebäuden dokumentiert. Des Weiteren wurden die einzelnen Schritte zur Ermittlung der Brandursache sowie die daraus gewonnenen Ermittlungsergebnisse bis hin zur Vorlage bei der Staatsanwaltschaft erläutert. Dies war für alle Kameraden wirklich sehr interessant und im Hinblick auf die Opfer zum Teil auch sehr ergreifend.

Kriminaltechniker Andreas Birnbreier und Kriminalkommissar Elmar Reichel vom Polizeipräsidium Offenburg
Zum Schluss haben die beiden Beamten noch erklärt, wie die Feuerwehr bei der Brandanalyse helfen kann. Denn je mehr am Brandort verändert und weggeräumt wird, desto schwieriger gestalten sich die späteren Brandermittlungen (Merksatz: "Der besenreine Tatort ist der Tod der Brandermittlung"). Wichtig ist u.a. die Weitergabe von Beobachtungen und Wahrnehmungen beim Eintreffen am Brandort sowie bei den Löscharbeiten. Des Weiteren sollte durch die Feuerwehr schonend gelöscht, möglichst wenig verändert und nicht alles eingerissen werden. Außerdem sollen Fotos und Videos zur Verfügung gestellt werden und der Angriffstrupp und der Einsatzleiter sollen als Zeugen bereitstehen.
Wir danken Andreas Birnbreier und Elmar Reichel sehr herzlich für den interessanten Unterrichtsabend sowie für den spannenden Einblick in ihre Ermittlungsarbeit.