Aktuelle Situation in Durmersheim
In Durmersheim hat sich eine stabile Population der
Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) angesiedelt. Da diese sehr
aggressiv ist, schnell zu einer Plage wird und ggf. auch Krankheiten übertragen
kann, sollten alle Bürgerinnen und Bürger im Zeitraum von Anfang April bis Anfang Oktober
Maßnahmen ergreifen, damit ihre Populationsdichte möglichst niedrig gehalten
wird.
In diesem Jahr werden keine Vor-Ort-Maßnahmen durch die Fachkräfte der
Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V. (KABS)
durchgeführt. Daher ist es umso wichtiger, dass alle Bürgerinnen und Bürger selbstständig
Maßnahmen ergreifen, um eine Vermehrung der Asiatischen Tigermücke auf dem
eigenen Grundstück zu unterbinden und damit eine Plage zu verhindern.
Die KABS bietet
hierbei den Bürgerinnen und Bürger Unterstützung an, indem der Gemeindeverwaltung umfangreiches
Informationsmaterial zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke zur Verfügung
gestellt wird.
Handlungsempfehlungen
für Bürgerinnen und Bürger
Die wirksamste
Maßnahme zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke besteht in der Vermeidung bzw.
Beseitigung von Brutmöglichkeiten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer
Woche in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen
befinden wie z. B. Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken,
aber auch Hofgullys, verstopften bzw. durchhängenden Dachrinnen, hohlen
Zaunpfählen etc. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen
die attackierenden Exemplare, entweder vom eigenen Grundstück oder aus der
Nachbarschaft.
Die nun
beschriebenen Maßnahmen sollten in der Zeit von Anfang April bis Anfang Oktober
konsequent umgesetzt werden. Außerhalb dieses Zeitraums findet keine Vermehrung
der Tigermücken statt; ein Großteil der im Herbst
abgelegten Eier übersteht jedoch unbeschadet den Winter.
Anwohnende können
sehr effektiv die Vermehrung von Tigermücken verhindern, indem Gefäße entweder
so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann oder indem Behältnisse
lückenlos abgedichtet werden (z. B. Regentonne mit einem engmaschigen Moskitonetz
mit Kordelzug). Auch das einmal wöchentliche, vollständige Entleeren von
wassergefüllten Behältnissen (z. B. Tiertränken) ist eine sinnvolle Maßnahme,
um einer Vermehrung vorzubeugen. Falls diese Maßnahmen nicht für alle
Brutstätten umsetzbar sind, können die verbliebenen Brutmöglichkeiten 14-täglich
mit Bti-Tabletten behandelt werden. Diese Tabletten beinhalten einen
Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist. Für andere
Tiere, wie z. B. Bienen, Hunde, Katzen, Igel, Vögel, Reptilien, Amphibien und
natürlich auch für den Menschen ist der biologische Wirkstoff völlig
unbedenklich. Bti-Tabletten können die Bürgerinnen und Bürger kostenfrei über die Gemeindeverwaltung erhalten.
Zusätzliche Tipps
Tigermückeneier
können sicher beseitigt werden noch bevor die Larven schlüpfen! Die Weibchen
kleben ihre Eier sehr fest an die Innenwand von wassergefüllten Gefäßen. Mit
heißem Wasser (mindestens 60°C) können die Eier in den Behältnissen
(Blumentöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Gullys, Regenrinne, etc.) abgetötet
werden. Alternativ können die Eier mit einer Bürste aus den Gefäßen entfernt
werden. Den Innenrand kräftig abschrubben, Gefäß und Bürste anschließend mit
sauberem Wasser aus- bzw. abspülen und das Wasser samt Eiern auf die Erde gießen.
Warum die Asiatische Tigermücke
bekämpft werden sollte
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische
Tigermücke wird durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bereits seit
Jahrzehnten weltweit verbreitet und trifft mittlerweile auch in Deutschland
durch mildere Temperaturen auf einen geeigneten Lebensraum.
Wird sie nicht bekämpft, kann sie sich in klimatisch
begünstigten Regionen, wie der Oberrheinebene, in den Sommermonaten stark
vermehren und zu einer regelrechten Plage
werden. Darüber hinaus stellt
sie ein Gesundheitsrisiko dar, denn sie ist in der Lage eine Vielzahl von
Krankheitserregern wie z. B. das Dengue-, Zika-, Chikungunya- und das West-Nil-Virus
auf den Menschen zu übertragen. Dabei trägt die Tigermücke die
Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich, sondern muss zunächst einen
infizierten Menschen stechen, bei dem die entsprechenden Viren im Blut
vorhanden sind. Diese Viren sind in Süddeutschland zwar aktuell nicht
verbreitet, werden aber regelmäßig durch Reiserückkehrende eingetragen. Vor allem bei längeren Wärmeperioden besteht das Risiko,
dass das Virus innerhalb etwa einer Woche über die Tigermücke von einer
infizierten auf eine weitere Person übertragen wird.
Aber nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können in
Mitleidenschaft gezogen werden. So kann die Asiatische Tigermücke auch
Fadenwürmer übertragen, welche die Herzwurmerkrankung bei Hunden verursachen.
Umfangreiche Informationen zur Asiatischen Tigermücke gibt
es auf der Website www.kabsev.de
KABS e.V.
Kommunale Aktionsgemeinschaft
zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V.
Georg-Peter-Süß-Str. 3, 67346 Speyer
www.kabsev.de