Jugendamt sucht Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche
Informationsveranstaltung am 17. März im Landratsamt Rastatt
Der siebenjährige Timo kam kurz nach der Geburt in eine Pflegefamilie im Landkreis Rastatt. Seine alleinerziehende junge Mutter war mit der Versorgung und Erziehung ihres Kindes überfordert, hatte psychische Probleme und konnte auf die Bedürfnisse eines Säuglings nicht eingehen. Laut Kerstin Brendle vom Pflegekinderdienst des Jugendamtes wurde der damals drei Monate alte Junge in einer Pflegefamilie untergebracht. Der Mutter sei diese Entscheidung nicht leichtgefallen, aber sie konnte beruhigt feststellen, dass ihr Kind in der ausgewählten Pflegefamilie gut versorgt und betreut wird. Die Pflegefamilie von Timo hatte sich beim Jugendamt beworben und wollte einem fremden Kind neben ihren zwei eigenen Kindern ein gutes Zuhause geben.
Kerstin Brendle berichtet, dass Timo heute gut in der Pflegefamilie integriert ist und zur Familie gehört. Die Mutter habe einmal monatlich Kontakt zu ihm. Während sie anfangs eine Rückführung ihres Sohnes in Erwägung zog, kann sie nun mittragen, dass Timo dauerhaft in der Pflegefamilie leben wird. Sie kann nach wie vor ihren Sohn nicht selbst erziehen und fördern. Nicht jedes Pflegekind bleibt bis zur Volljährigkeit in der Pflegefamilie, erklärt Brendle. Die Unterbringung in einer Pflegefamilie sei in der Regel auf Zeit angelegt. Sollten die Eltern die Voraussetzungen für eine zeitnahe Rückkehr des Kindes nicht schaffen können und ist dieses zudem in der Pflegefamilie verwurzelt, ist ein Verbleib auf Dauer möglich.
Für Kinder wie Timo sucht das Jugendamt im Landratsamt junge Familien mit oder ohne eigene Kinder, Ehepaare, deren Kinder bereits selbstständig leben, oder auch erfahrene alleinstehende Personen, die bereit sind, Kindern in Notlagen ein liebevolles Zuhause zu geben.
Bei einem Informationsabend am Donnerstag, 17. März 2016, um 19.00 Uhr im Raum D 0.08 des Landratsamtes Rastatt, Am Schlossplatz 5, wird Kerstin Brendle vom Pflegekinderdienst des Jugendamtes interessierten Familien und Einzelpersonen über ihre Arbeit berichten und die Aufgaben des Jugendamtes vorstellen. Sie wird über die unterschiedlichen Formen der Vollzeitpflege informieren und darlegen, aus welchen Gründen für ein Kind eine Pflegefamilie gesucht wird und welche Erwartungen das Jugendamt an die künftigen Pflegefamilien hat. Einen besonderen Schwerpunkt werden die Unterstützungsmöglichkeiten einnehmen, die der Pflegekinderdienst des Jugendamtes den Pflegeeltern anbieten kann. Grundsätzlich wird auf eine gute Vorbereitung der Pflegefamilien und nach der Aufnahme eines Kindes auf eine intensive Begleitung Wert gelegt.
Für weitere Informationen und Rückfragen stehen die Mitarbeiter des Pflegekinder-dienstes zur Verfügung (Sekretariat:
07222/3 81-22 59).