Sternfreunde Durmersheim und Umgebung
Was gibt es im Mai am Nachthimmel zu sehen?
Wir hoffen, dass wir in 2021 unsere Sternwarte bald wieder für öffentliche Veranstaltungen nutzen können. Wir informieren Sie rechtzeitig darüber.
Sternenhimmel
Die Frühlingssternbilder Jungfrau, Löwe und ganz besonders Krebs wandern in den Westen und machen langsam dem Sommersternenhimmel Platz. Dieser kündigt sich mit dem Herkules hoch im Osten sowie Leier und Schwan tief im Nordosten an. Hellster Stern ist derzeit Arktur im Bootes (Bärenhüter), der hoch in südlicher Richtung zu sehen ist. Der Große Wagen bzw. die Große Bärin, steht fast senkrecht über unseren Köpfen.
Sternkarte Mai 2021
Der Mond und seine Reise im Mai
Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Im Mai ist der Mond zunächst erst spät in der Nacht zu sehen, denn seine abnehmende Scheibe geht erst nach Mitternacht in den Sommer-Sternbildern auf. Am frühen Morgen hat er gleich die ersten schönen Begegnungen mit den beiden Planeten Saturn und Jupiter. Am 9. Mai ist die Mondsichel morgens letztmals vor Neumond sichtbar. Am 13. Mai taucht sie abends im Westen wieder auf, dicht bei den beiden Planeten Venus und Merkur. Anschließend zieht der Mond an Mars vorüber und wandert danach durch die Frühlings-Sternbilder, während die Mondscheibe zunimmt und immer länger am Firmament steht. Vollmond ist am 26. Mai, und zwar der größte des Jahres, denn auf seiner elliptischen Umlaufbahn um die Erde erreicht der Mond am 26. Mai seinen kleinsten Abstand zur Erde mit nur rund 357.000 Kilometern - knapp 30.000 Kilometer weniger als die durchschnittliche Mondentfernung. Doch weil die Zeitspanne von Erdnähe zu Erdnähe von der Zeitspanne von Vollmond zu Vollmond nicht groß abweicht, war auch der Vollmond im April mit gleichem Abstand und gleicher Größe schon ein "größter Vollmond des Jahres - Supermond". Und der nächste Vollmond im Juni wird auch nur ein klein wenig kleiner sein.

Kleinster und größter Vollmond
Erkennen können Sie das kaum, denn der Unterschied zwischen einem größten oder kleinsten Vollmond wäre nur wahrnehmbar, wenn beide nebeneinander am Firmament stehen würden. Der Größenunterschied ist vergleichbar mit dem zwischen einer Ein- und einer Zwei-Euro-Münze. Am 26. Mai beträgt der scheinbare Durchmesser des Mondes 33,4 Bogenminuten und ist damit um etwa fünf Prozent größer als bei einem "Durchschnittsmond" mit 32 Bogenminuten. Wer allerdings den ''Supermond' wirklich in besonderer Größe sehen möchte, sollte den Mondaufgang und den Monduntergang nicht verpassen. Denn wenn der Mond knapp über dem Horizont steht, sorgt eine optische Täuschung dafür, dass wir ihn viel größer wahrnehmen. Ein naheliegender physikalischer Grund könnte lauten, dass das Licht des Mondes am Horizont einen größeren Weg durch die irdische Atmosphäre zurücklegen muss: Das Licht wird in der Luft gebrochen und dadurch vergrößert sich das Bild des Mondes. Diese Erklärung vertrat Aristoteles schon vor über 2000 Jahren und sie kursiert noch heute - doch sie ist falsch. Zwar verfärbt sich das Mondlicht am Horizont aufgrund des längeren Weges durch die Atmosphäre rötlich - wie es auch das Sonnenlicht tut. Vergrößert wird der Mond davon jedoch nicht. Die Mondvergrößerung ist also kein physikalisches Phänomen, sondern erfolgt in unserem Gehirn. Forscher erklären das so: Das menschliche Gehirn nimmt das Himmelsgewölbe nicht als perfekte Halbkugel wahr, sondern als eine abgeflachte Kuppel. Der Zenit über uns scheint uns also näher zu sein als der Horizont. Tatsächlich rechtfertigt sich diese Vorstellung durch Wolken, Flugzeuge und Vögel: Fliegende Objekte über uns sind uns im Allgemeinen tatsächlich näher als fliegende Objekte am Horizont. Unser Gehirn zieht daraus den Umkehrschluss, dass ein Objekt am Horizont weiter entfernt und somit tatsächlich größer ist als ein Objekt scheinbar gleicher Größe über uns. Das bedeutet, dass unser Gehirn ein Objekt am Horizont größer erscheinen lässt als ein gleich großes Objekt im Zenit.
Dennoch wirken die Vollmonde heutzutage nicht mehr so beeindruckend, wie es beispielsweise vor 4 Milliarden Jahren der Fall gewesen wäre. Der Grund dafür ist simpel: Der Mond entfernt sich nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) um 3,8 Zentimeter pro Jahr von der Erde. Außerdem habe der Mond die Erde damals auf einer viel engeren Umlaufbahn umkreist. Das DLR berichtet, er sei damals lediglich 60.000 Kilometer entfernt gewesen.
Die tägliche Position des Mondes (und viele andere astronomische Informationen) können Sie der Webseite entnehmen:
www.heavens-above.com Planeten
Merkur bietet vom 01. bis zum 12.05. eine seiner seltenen Sichbarkeitschancen. Zu dieser Zeit kann er kurz nach Sonnenuntergang knapp über dem Nordwesthorizont gesichtet werden.
Venus baut "schüchtern" ihre Position als Abendstern aus und zeigt sich ab Monatsmitte kurz nach Sonnenuntergang dicht über dem Nordwesthorizont.
Mars tritt langsam von der nächtlichen Himmelsbühne ab. Es bietet sich noch eine kurze Sichtbarkeitsperiode im Westen zwischen Beginn der Dunkelheit und seinem Untergang um Mitternacht.
Jupiter wird zum Objekt des Morgenhimmels und ist gegen 4:30 Uhr vor Sonnenaufgang deutlich über dem Südosthorizont zu sehen.
Saturn steht rechts von Jupiter auf gleicher Höhe. Wenngleich lichtschwächer, so ist auch er vor Sonnenaufgang über dem Südosthorizont klar auszumachen.