Als einer von 120 ausgewählten
Teilnehmern unterstützt der Landkreis Rastatt die landesweite Impulskampagne
Demenz. Mit Plakaten, Postkarten und Flyern soll die Aufmerksamkeit verstärkt
auf ein äußerst tabubehaftetes Krankheitsbild und dessen gesellschaftlichen
Umgang gelenkt werden. Auftakt für die vom Ministerium für Soziales, Gesundheit
und Integration geförderte Kampagne der Alzheimer Gesellschaft
Baden-Württemberg/Selbsthilfe Demenz und der Landesstrategie "Quartier 2030" -
Gemeinsam.Gestalten." ist am 14. Februar.
Das Landratsamt hat für die
Aktion lokale Schwerpunkte gebildet. In Arztpraxen, Apotheken und den
Rathäusern der großen Kreisstädte Rastatt, Bühl und Gaggenau wird in den
kommenden Wochen anhand der Aktionsmaterialien darauf aufmerksam gemacht, dass
es oft Kleinigkeiten sind, die Menschen mit Demenz in alltäglichen Situationen
unterstützen und es einen grundlegenden Perspektivwechsel und eine andere
Sensibilität im Umgang mit der Krankheit erfordert. "Wir möchten dazu
beitragen, demenzielle Erkrankungen als Gesellschaft anzunehmen und unseren
Blick zu verändern - und nicht mit Ausgrenzung zu reagieren", unterstützt Patricia
Huschka, die Sachbereichsleiterin Beratung im Amt für Soziales, Teilhabe und
Versorgung die Intension der Kampagne.
Nach Angaben der Deutschen
Alzheimer Gesellschaft sind in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen an
Demenz erkrankt. Dabei ist die Alzheimer Erkrankung die wohl bekannteste Form
von Demenz. Aber nicht jeder an Demenz Erkrankte hat eine Alzheimer-Diagnose. Die
Gesellschaft geht aufgrund verschiedener Studien davon aus, dass von den über
65-Jährigen rund 8,5 Prozent an einer demenziellen Erkrankung leiden. Ausgehend
davon und den statistischen Zahlen zur Altersverteilung wurde im
Kreispflegeplan 2019 für den Landkreis Rastatt und diese Personengruppe eine
Größe von rund 4.500 an Demenz erkrankten Personen errechnet, bis 2025
hochgerechnet rund 6.400 Personen.
Auch ist Demenz nicht ausschließlich
eine Alterskrankheit, wie vielfach angenommen wird. Nach medizinischen
Erkenntnissen sind auch jüngere Menschen betroffen. Allerdings liegen über die
"jungen Erkrankten" weder bundesweit noch regional gesicherte statistische
Erhebungen vor.
Wer hilfe- und pflegebedürftig
ist oder als pflegende Angehörige Beratung oder Unterstützung benötigt, kann
sich an den Pflegestützpunkt des Landkreises wenden. Regelmäßig bietet der
Pflegestützpunkt auch Schulungen für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz
an. Über die Informationsvermittlung hinaus sind hier im geschützten Rahmen
entlastende Gespräche möglich. Pandemiebedingt erfolgt das Schulungsangebot
derzeit nicht in Präsenz, sondern im Online-Format. Die nächste Kursreihe
findet von 2. März bis 13. April statt.
Pflegestützpunkt Landkreis Rastatt, Telefon 07222/381-2160 oder per E-Mail an pflegestuetzpunkt@landkreis-rastatt.de.

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