Auf den
jährlichen Spendenscheck der AOK Mittlerer Oberrhein ist für die Kommunale Suchtbeauftragte
im Landratsamt Rastatt, Gudrun Pelzer, Verlass. Mit der Spende der
Gesundheitskasse in Höhe von 7.640 Euro kann sie verschiedene Projekte der
Suchtprävention unterstützen - weitere 200 Euro hat die Landwirtschaftliche
Krankenkasse beigesteuert.
Landrat Dr.
Christian Dusch würdigte bei der Spendenübergabe die regelmäßige Unterstützung
der beiden Kassen, die damit Flagge zeigen und gesellschaftliche Verantwortung
übernehmen: "Dieser Betrag unterstützt die Arbeit erheblich." Dusch hob
speziell das Projekt Drachenreiter hervor, bei dem sich Kinder von suchtkranken
Eltern wöchentlich treffen, um ihre Erfahrungen untereinander auszutauschen.
"Der persönliche Kontakt innerhalb dieser Gruppe ist unabdingbar, damit sich
die Gleichaltrigen auf Augenhöhe begegnen und über schwierige Situationen ihres
Alltags sprechen können", berichtet der Landrat von diesem "tollen Angebot".

Für den guten Zweck: Landrat Dr. Christian Dusch (von links), Petra Spitzmüller, Gudrun Pelzer und Jürgen Ernst bei der Scheckübergabe im Landratsamt
Die
Geschäftsführerin der AOK Mittlerer Oberrhein, Petra Spitzmüller, zeigte sich
erfreut, dass die erfassten Fälle der Alkoholsucht bei Jugendlichen rückläufig
seien. Zugleich ist Spitzmüller besorgt, dass sich dafür aber die Mediensucht
verstärkt auf dem Vormarsch befände. Spitzmüller gibt zu bedenken, dass sich
die Auswirkungen von Corona auf das Suchtverhalten erst in den kommenden Jahren
noch zeigen werde. Sozialdezernent Jürgen Ernst bedankte sich bei der
AOK-Chefin für die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre: "Sie sind über
die Jahre hinweg ein verlässlicher Kooperationspartner, der vor Ort präsent ist
und Gesicht zeigt."
Die
Kommunale Suchtbeauftragte Pelzer wird von der Fachstelle Sucht unterstützt. Über
70 Veranstaltungen im vergangenen Jahr sollen dazu beitragen, das Bewusstsein
in der Bevölkerung zu stärken, das Netz der Suchtprävention weiter auszubauen
und Jugendliche und Eltern für die Gefahren zu sensibilisieren. Die Fördermittel
der AOK Mittlerer Oberrhein fließen in Projekte wie beispielsweise
Fortbildungen für Schulen und Vereine oder das "HaLT"-Projekt, das bei Festen
und Veranstaltungen übermäßigen Alkoholkonsum von jungen Menschen bekämpft. Auch
Schulklassenworkshops, Elternabende und die Schulung und Begleitung von
Vereinen im Rahmen des Zertifizierungsprogramms gehören zu den Maßnahmen der
Suchtprävention. Über 50.000 Euro lässt sich der Landkreis diese wichtige
Aufgabe jährlich kosten.
Insgesamt 135
Vereine haben sich seit 2011 zum "Jugendfreundlichen Verein" zertifizieren lassen.
Auch die gut besuchten Kurse für jugendliche Konsumenten von Cannabis und Amphetaminen
wertet Pelzer als Erfolg der guten Vernetzung und Kooperation der Fachstelle
Sucht, Polizei, Schulsozialarbeit, Vereinen sowie der Städte und Gemeinden.
Dieses Zusammenspiel der Akteure schaffe Rahmenbedingungen, die einen Missbrauch
von Suchtmitteln erschweren und praktische Angebote zur Suchtprävention zum Einsatz
bringen.
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