Liebe Sternfreunde und Interessierte!
Am Dienstag, 06.12.2022 findet unser letzter Stammtisch in diesem Jahr in der
Germania-Klause in Würmersheim statt. Es geht wie immer um etwa
19:30 los, aber Sie können auch etwas später kommen. Am
Donnersta, 08.12. ist eine öffentliche Sternwarte geplant, aber
es hängt vom Wetter ab. Nur wenn der Himmel klar ist, wird die
Sternwarte im Hof der Realschule geöffnet sein. Um 19:00 bereits
öffnen wir. Sofern sich bei klarem Himmel bis 19:15 Niemand
eingefunden hat, kann die Sternwarte von den Betreuern geschlossen
werden. Diese Regel mussten wir einführen, weil es schon mal
vorkommt, dass Besucher gegen Ende der Veranstaltung kommen und das
volle Programm wollen. Wir haben leider nicht genug Helfer bzw. die
meisten der Helfer müssen am anderen Tag arbeiten und können dann
nicht länger da sein. Wir bitten um Verständnis. Wir schließen um 21:00 Uhr. Wegen Umbauarbeiten in der
Realschule befinden sich zurzeit Container vor unserer Sternwarte,
nur die Kuppel ist zu sehen. Sie müssen um die Container herum gehen,
um zum Eingang der Sternwarte zu gelangen.
Der Mond nimmt
ab, das letzte Viertel (abnehmender Halbmond) wurde am 16. erreicht.
Der Neumond ist am 23.11. Am Abendhimmel findet man im Südwesten mit
Einbruch der Dunkelheit einen hellen Stern, das ist der Planet
Saturn. Weiter im Osten (links von Saturn) findet man einen helleren
(strahlenden) Stern, auch dies ist kein Stern, sondern der Planet
Jupiter. Zu späterer Stunde, jedoch noch vor Mitternacht, findet man
zwei hellere rötliche Sterne. Der hellere von beiden ist kein
Stern, sondern der Planet Mars, der sich bis Dezember weiter der Erde
nähert (eigentlich holt in die Erde auf ihrer Bahn ein). Der andere rote ist der Hauptstern Aldebaran im Sternbild Stier.
Zum Mond und den Planeten berichten wir ja immer zu Monatsbeginn, so dass
wir uns nun anderen Themen zuwenden.
In der Nacht vom
17.11. (ab etwa 23h bis zum Morgen am Donnerstag/Freitag) können die
Sternschnuppen des Leonidenstroms beobachtet werden. Auch nach dem
17.11. können Sie für einige Nächte noch einige Leoniden
beobachten. Sie scheinen aus dem Sternbild des Löwen (Leo) zu
kommen. Normalerweise sind es 10 - 20 Sternschnuppen pro Stunde, aber
es gab und gibt auch bessere Jahre, wie z.B. 1999, da waren es 1.000
in der Stunde. In diesem Jahr kann es möglicherweise einen kleinen
Ausbruch mit bis zu 200 geben. Auslöser ist der Komet
55/Tempel-Tuttle, der alle 33 Jahre sich der Sonne nähert. Die Bahn
kreuzt die Erdbahn, so dass sich Staub vom Kometen dort verteilt.
Naturgemäß gibt es mehr Teilchen vor und nach dem Kometen. Je
weiter entfernt diese Teilchen sind, umso weniger Sternschnuppen gibt
es zu sehen. Die nächsten 10 Jahre werden eher schwach bleiben.
Die Sonde DART
(Double
Asteroid Redirection Test )
hat den Begleiter des Kleinplaneten Didymos erreicht und auf seinen
Mond Dimorphos eine kleine Sonde stürzen lassen. Ziel war es, zu
testen, ob man mit so einem kleinen Einschlag die beiden Asteroiden
etwas aus der Bahn bringen kann. Dies ist gelungen. Vor kurzem
gingen Bilder des Hubble-Teleskops um die Welt, die einen
Staubschweif zeigen, der vorher nicht da war. Eigentlich ist das kein
echter Schweif wie bei einem Kometen, sondern eine
Staubfontäne.
Natürlich werden die Meisten sagen, klar mit dem
Hubble-Weltraumteleskop geht so was, mit Amateurteleskopen natürlich
nicht. Weit gefehlt, inzwischen haben einige Amateure die Fontäne
fotografiert, so auch unser Mitglied J. Linder von Durmersheim aus.
Er hat nicht mal sein größtes Teleskop verwendet, sondern sein 20 cm
Spiegelteleskop. Leider geht so was immer in der Presse unter, auch
die Weltraumorganisationen lassen dies oft unter den Tisch fallen,
wenn Amateure solche Bilder liefern. Noch kann Didymos mit kleineren
Teleskopen (auch kleiner als 20 cm) fotografiert werden. Visuell, also
mit dem Auge am Fernrohr, muss man schon mit einem Instrument von
wenigstens 50 cm Öffnung rangehen, die wenigsten haben so ein großes
Teleskop zur Verfügung. Möglich, dass es unter allerbesten
Bedingungen auch mit unserem 35 cm Teleskop der Sternwarte Durmersheim visuell gelingen könnte,
aber dazu ist der Nachthimmel über Durmersheim einfach zu hell.
Die letzte Sonnenfinsternis am
25.10. war gut besucht. Da die Sternwarte im Schulhof ist, kamen
einige Schüler in der Pause in die Sternwarte. Im Außenbereich der
Sternwarte waren kleinere Teleskope aufgebaut und die
Sonnenschutzfiler und Brillen wurde mit den Schülern ausgetauscht.
Eine Klasse hatte die Schulstunde nach außen verlegt. Auch unser
Bürgermeister Eckert mit einem kleinen Team nutzte die Mittagspause
zur Beobachtung. Wir hatten vorher die Schulen informiert, leider ist
mit Hardt- und Realschule keine Kooperation aus terminlichen Gründen
zustande gekommen. Wir hoffen, dass es im kommendem Jahr zu
gemeinsamen Projekten kommen kann. Wir haben auch gehört, dass
einige Schulen den Schülern Videos zu einer Sonnenfinsternis gezeigt
haben, statt bei uns durchs Teleskop zu schauen. Hier ist leider viel
Unkenntnis da. Die partielle Sonnenfinsternis ist nicht heller oder
intensiver als ein Tag ohne Sonnenfinsternis. Die Sternfreunde haben
alles was man braucht, um eine Sonnenfinsternis oder ganz einfach die
Sonne sicher zu beobachten. Gerne machen wir auch Vorträge zu diesem
oder anderen Themen in den Schulen falls gewünscht. Leider ist erst
2025 wieder eine Partielle Sonnenfinsternis in unserem Raum sichtbar.
Diese wird mit 10 - 15 % auch noch kleiner ausfallen als in diesem Jahr. Noch
bieten sich die Planeten Saturn und Jupiter am Abendhimmel an. Am 8.
Dezember ist der Mars die ganze Nacht beobachtbar (morgens um 6 Uhr wird Mars vom Mond bedeckt!). In den nächsten
Jahren wird der Abstand Erde-Mars immer größer, deshalb sollte man
den Roten Planeten in den nächsten 2 - 8 Wochen unbedingt mal beobachten.

Saturn und Asteroid Didymos mit Staubfontäne nach Einschlag der Sonde DART
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