Seit vergangenen Freitag ist auf dem Alten Friedhof die Wanderausstellung "Nie wieder Krieg" des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zu betrachten. Im Rahmen einer kleinen Vernissage wurde die Wanderausstellung durch Bürgermeister Klaus Eckert und Volker Schütze, Bezirksgeschäftsführer des Volksbunds in Nordbaden, eröffnet.
Die Ausstellung besteht aus sieben, von der bayrischen Künstlerin, Bali Tollak, gestalteten "Soldatenbrettern". Auf diesen setzt sie sich mit den Erfahrungen von Künstlern verschiedener Länder auseinander, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben.
Im Rahmen der Eröffnung betonte Bürgermeister Klaus Eckert die Aktualität der Ausstellung, die die Folgen von Krieg nachdrücklich darstellt, angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und dem Terrorangriff der Hamas auf Israel. Er erinnerte dabei in Anwesenheit einiger Mitbürger, die die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs selbst noch miterlebt hatten, auch an das Kriegsgeschehen im Ort und das Leid, das die beiden Weltkriege auch über Durmersheim gebracht hatten.
Volker Schütze zeigte sich sehr dankbar, dass die sieben Bretter in Durmersheim gezeigt werden dürfen. Durch die Wanderausstellung solle auch die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit des Volksbunds thematisiert werden. Diese Ausstellung auf dem Friedhof könne auch von Durmersheimer Schulen als Lernort genutzt werden, so Schütze.
Tollak hat mit ihren Kunstwerken die Tradition der "Bahrbretter" aufgenommen, die sie im Bayerischen Wald wiederentdeckte. Diese Holzbretter wurden nach der Bestattung aufgestellt, um so an den Verstorbenen zu erinnern. Tollaks Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg, intensiviert durch Besuche auf Kriegsgräberstätten, mündete in der Auseinandersetzung mit Künstlern, die diesen Krieg erlebt haben. Deren apokalyptische Weltkriegseindrücke in Zitaten, Tagebucheintragungen und Bildnissen drückt die Künstlerin auf ihren "Soldatenbrettern" aus.
Die Installation von Bali Tollak ist bei den Kriegsgräbern auf dem Alten Friedhof bis zum 29. November 2023 zu sehen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Dabei sind die von ihm gepflegten Kriegsgräberstätten im Ausland nicht nur individuelle Gräber, sondern auch Mahnmale für den Frieden.

V. l.: Doris Kary, Jasmin Esmer (Ordnungsamt Durmersheim), BM Klaus Eckert, Volker Schütze (Volksbund), Anna Dietmann, GR Josef Tritsch
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