Agenda 21 Durmersheim
Der bedrohliche Klimawandel
Das Klima ist die statistische Beschreibung des Wetters über einen langen Zeitraum. Nach der Weltorganisation für Meteorologie umfasst dieser Zeitraum mindestens 30 Jahre. Im Vergleich zum sich ständig wechselnden Wetter verändert sich das Klima nur sehr langsam.
Das Sinken der Temperatur um 5 °C von einem Tag auf den nächsten bedeutet somit etwas ganz anderes als eine Abkühlung des Klimas um 5 °C. Im letzten Fall würden wir uns in einem Klima wie der letzten Eiszeit wiederfinden und Nordeuropa und Nordamerika wären dann wieder von dicken Eispanzern bedeckt.
Das Klima der Erde entsteht durch ein Wechselspiel der Sonneneinstrahlung in Verbindung mit dem Treibhauseffekt. Dies geschieht so:
Der größte Teil der Sonnenstrahlen durchdringt die Erdatmosphäre und trifft auf die Erdoberfläche. Diese Strahlen werden von der Erde aufgenommen und als Wärmestrahlen wieder abgegeben. Ohne die sich in der Erdatmosphäre befindenden Gase wie Wasserdampf (H2O), Kohlenstoffdioxid (CO2), Ozon (O3), Lachgas (N2O) und Methan (CH4) würde die Wärmestrahlung wieder ungehindert ins Weltall entweichen. Das Klima der Erde wäre dann etwa 33 °C kälter und die Erde wäre vollständig
eingefroren. Die genannten Gase verhindern jedoch den direkten Austritt der Wärmestrahlung aus der Erdatmosphäre. Sie nehmen einen großen Teil der Wärmestrahlung auf und geben ihn wieder in alle Richtungen ab, also auch in Richtung der Erdoberfläche. Dadurch werden die darunter liegenden Luftschichten und der Erdboden nochmals erwärmt. Dieser natürliche Erwärmungseffekt wird als natürlicher Treibhauseffekt bezeichnet. Die dafür verantwortlichen Gase werden natürliche Treibhausgase genannt und sorgen dafür, dass die globale Temperatur durchschnittlich bei ungefähr +14 °C liegt.
Seit Beginn der Industrialisierung ist die Konzentration des Kohlenstoffdioxids (CO2) und weiterer Treibhausgase in der Erdatmosphäre gestiegen. Ursache dafür sind menschliche Aktivitäten, insbesondere die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Diese durch den Menschen freigesetzten Gase wirken als zusätzliche Treibhausgase, da sie genau wie die natürlichen Treibhausgase den direkten Austritt der Wärmestrahlung von der Erde ins Weltall verhindern. Durch diesen zusätzlichen Treibhauseffekt trifft mehr Wärmestrahlung auf die Erdoberfläche, was dazu beigetragen hat, dass die bodennahe Lufttemperatur in den vergangenen 150 Jahren um 1,4 °C angestiegen ist. Die Tendenz ist weiter steil ansteigend. Der Klimawandel wird das Leben der Menschen und Tiere in gefährlicher Weise verändern. Wenn das Klima der Erde, also die mittlere globale Temperatur, um mehr als 2°C ansteigt, dann wird durch das Abschmelzen der Gletscher und der arktischen Eismassen ein sich selbst verstärkender Anstieg des Erdklimas um 6 °C nicht mehr zu verhindern sein. Hoffen wir, dass diese Klima-Katastrophe durch rechtzeitiges Handeln abgewendet werden kann
Das "Pariser Klimaabkommen" hat das sogenannte "Zwei-Grad-Ziel" für den Klimaanstieg formuliert, und die Maßnahmen dazu sollten auch von unserer Regierung eingehalten werden. Maßnahmen dazu sind eine zügige Energiewende mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung und eine Verkehrswende mit dem Wechsel von Diesel und Benzin zur Elektromobilität im Verkehr mit Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln. Dieser Wechsel in unserer Art zu Wirtschaften ist nicht von heute auf morgen möglich. Aber er erfordert den politischen Willen auch gegen die Interessen der großen Konzerne und vieler Wirtschaftsverbände die nötigen Gesetze zu erlassen, damit Deutschland seine eingegangenen Verpflichtungen zum "Pariser Klimaabkommen" einhält.
Es sieht so aus, dass Freiwilligkeit für die Staaten der Erde, für gewinnorientierte Firmen und für uns als Einzelpersonen nicht ausreicht, um das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens bis zum Ende des 21sten Jahrhunderts zu erreichen. Deshalb steuert die Erde sehenden Auges auf eine Klima-Katastrophe zu, in der unsere Kinder, Enkel und Urenkel werden leben müssen.
